| Die Geschichte der Musikkapelle Zams |
Von den Anfängen bis zum Ausbruch des zweiten WeltkriegesVor 172 Jahren waren es ein paar Schwegelpfeifer und Trommler, die vor allem die Standschützen bei ihren Ausrückungen begleiteten und somit als erste Musikkapelle im Dienste der Öffentlichkeit aufgetreten sind. Erstmals erwähnt wird die Musikkapelle in einem Bericht über ein "Panzenschießen im Haueis'schen Pangert zu Zams im Jahre 1852". Darin heißt es wörtlich: "Als der letzte Schuss fiel, war die Sonne schon längst hinter den Paznauner Bergen verschwunden. Die Schützen fanden sich dann alle bei einem Glasl Wein zusammen. Die Zammer Musikkapelle mit ihrem tüchtigen und unermüdlichen Kapellmeister Grissemann spielte schneidige Märsche und lustige Walzer. Um das Jahr 1890 wird der damalige Schulleiter Heel als Kapellmeister genannt und im Jahre 1900 stand die Kapelle unter der Leitung von Schulleiter Mallaun. Wie überall im Lande, so läste sich auch in Zams die Kapelle durch die Wirren des ersten Weltkrieges vorübergehend auf. So mancher der Musikanten überlebte den Krieg nicht und war nicht mehr dabei, als Schulleiter Anton Steiner die Kapelle erneut zusammenstellte. Von 1923 bis 1936 lag die musikalische Leitung in den Händen von Kaufmann Hans Grissemann. Probelokal war nun der Saal beim Haueis und Gasthof Hirschen. Besondere Höhepunkte während seiner Tätigkeit waren die Anschaffung der Festtagstracht, die Teilnahme am Katholikentag in Wien (1923), sowie die Hundertjahrfeier der Musikkapelle im Jahre 1928. Ab 1936 übte Gemeindesekretär Gustav Dientl die Kapellmeistertätigkeit aus, 1938 übernahm dieses Amt Hubert Reheis. Aus der neuen ChronikGab es in den ersten zwei Kriegsjahren noch ein paar Ausrückungen unter Kapellmeister Peter Hornoff, so mußte die musikalische Tätigkeit bald eingestellt werden, als ein Großteil der Musikanten an der Front stand. Die schönen Festtagstrachten, die zuerst im Gasthof Egg und später im Schulhaus deponiert waren, erlitten während des Krieges und der Besatzungszeit schwere Schäden. Nach der Rückkehr des Kapellmeisters Hubert Reheis aus der Kriegsgefangenschaft und mit tatkräftiger Unterstützung durch den damaligen Bürgermeister Alfons Wachter wurden im November 1947 die Musikanten zum ersten Treffen beim Brückenwirt einberufen. Der neu gewählte Ausschuss beschloss unter anderem den Ausbau eines Probelokales in der alten Sennerei (ehemaliger Gendarmerieposten) und die Anschaffung einer Alltagstracht (Blaue Janker). Mit Bescheid vom 29.03.1950 wurde die Bürgerkapelle Zams in den Verein "Musikkapelle Zams" umgewandelt. Es folgten nun Jahre des stetigen Aufbaues und der Weiterentwicklung in wirtschaftlicher und musikalischer Hinsicht. Unter den Obmännern Josef Prantauer, Otto Schweißgut, Otto Köchle und Josef Oberkofler wurden große Vorhaben beschlossen und in vorbildlicher Zusammenarbeit durchgeführt. Spenden von Seiten der Bevölkerung, der Gemeinde und vor allem die Durchführung von Wiesenfesten in der Rease und Zelt- und Dorffesten finanzierten die Ergänzung der Festtagstrachten, die Anschaffung einer Fahne, die Neuanschaffung einer Alltagstracht, die Neuinstrumentierung (Umstellung von der hohen Stimmung auf Normalstimmung) und vor allem den Bau des Musikpavillons im Jahre 1968. Das von Architekt DI Franz Ladner und Statiker DI Helmut Tschom (beide aus Zams) geplante Bauwerk besticht durch seine kühne Bauweise. Die beiden Holzplastiken schuf der Zammerberger Künstler Franz Xaver Hauser. Von den Musikanten und freiwilligen Helfern wurden viele unentgeltliche Arbeitsschichten geleistet, zahlreiche Spenden der Bevölkerung ermöglichten die rasche Fertigstellung. In dieser Zeit standen die Präsidenten Otto Köchle und Hermann Hammerl der Musikkapelle vor. |
