Musikpavillon Zams

Ein Auszug zur Entstehung des Musikpavillons mittem im Ortskern von Zams.

Seit langem gehen die Bestrebungen der 52 Mann umfassenden Kapelle Zams unter Kapellmeister Hubert Reheis dahin, für den rund 2000 Einwohner zählenden Ort einen entsprechenden Musikpavillon zu schaffen. Mitten im Ortszentrum, also ideal gelegen, konnte durch die Gemeinde ein Grundstück bereitgestellt werden, auf dem zunächst ein Provisorium errichtet wurde.

1968 Einweihung des Musikpavillons

Bald wurde in der Zammer Musikkapelle ein Bauausschuss gegründet, dessen Leitung Eberhard Reheis übernahm. Der erst 30jährige Dipl. Ing. Franz Ladner, ebenfalls Zammer, erklärte sich bereit, die Pläne für den ersten Musikpavillon kostenlos zu erstellen. Ladner, der übrigens von der Stadt Wien für sein Projekt zur Stadtplanung Groß-Jedlersdorf mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, ging auch in Zams daran, eine moderne Konstruktion zu planen. Die statischen Berechnungen wurden von Dipl. Ing. Helmut Tschom, ebenfalls aus Zams, durchgeführt.

Der Entwurf, der schließlich der Musikkapelle vorgelegt wurde, kann für Tirol wohl als revolutionär bezeichnet werden. Die Dachkonstruktion mit einer freien Spannweite von 15 Metern war völlig neu; sie wurde zu dieser Zeit in Tirol und wahrscheinlich in ganz Österreich noch nie erstellt. Der Form nach ein hyperbolisches Paraboloid, wird die Riesenmuschel an der Rückseite von normalem Mauerwerk begrenzt, das weitausladende, nur auf zwei Widerlagern ruhende Dach, mit einer Fläche von 150 Quadratmetern, besteht aus zwei Lagen kreuzweise verleimter und genagelter Fichtenbrettern, für deren Befestigung über 30.000 Nägel erforderlich waren.

Der Pavillon ist zur Gänze unterkellert, dort konnten Proben abgehalten werden, jetzt dient er nur mehr als Partykeller für diverse Veranstaltungen. Variable Beleuchtungskörper gestatten blendfreie Auslichtung der gesamten Anlage. An der Finanzierung des Baues hat sich die Zammer Bevölkerung großzügig beteiligt.

"Das Musikpavillon in Zams erbaut im Jahre 1968 ist eines der architektonisch und klanglich besten im Bezirk Landeck."

Bürgermeister Walter Fraidl

Nicht nur Geld und Baumaterial wurde gespendet; viele freiwillige Helfer leisteten unentgeltliche Arbeitsschichten. So gingen die Bauarbeiten rasch vorwärts. Im April begannen die Erdaushubarbeiten, am 4. August war der Pavillon fertig. Das Bauwerk, zu dessen künstlerischer Gestaltung Bildhauer Hauser vom Zammerberg durch Holzschnitzarbeiten beigetragen hat, erregte bereits damals beachtliches Aufsehen. Auch der damalige Landeshauptmann Wallnöfer hat die architektonisch interessante Neuschöpfung gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Walter Fraidl besichtigt.

Die feierliche Einweihung und Eröffnung des neuen Musikpavillons fand am 25.08.1968 statt.